FACEL VEGA (1939-1964)

Jean DANINOS begann seine Karriere bei CITROEN, wo er an der Konstruktion der Coupes und Cabriolets des berühmten „Traction" beteiligt war. Ab 1935 widmete er sich der Flugzeugindustrie und war bei den Firmen MORANE und BRONZAVIA tätig. Das Unternehmen FACEL S.A. wurde im Jahr 1939 gegründet und war die Abkürzung für „Forges et Ateliers de Construction d'Eure et Loir". Am Anfang arbeitete FACEL hauptsächlich als Lieferant für die Flugzeug- und Automobil-Industrie. Im Jahr 1945, als seine Fabrik in der Stadt Dreux wieder in seinen Besitz kam, konzentrierte er seine Aktivitäten auf die Automobil-Industrie.

FACEL lieferte entweder nach Kundenspezifikationen gefertigte Teile und fertige Rohkarosserien oder komplette Luxus- und Nutzfahrzeuge. Mit der Produktion der Automarke FACEL ­VEGA wurde FACEL ab 1955 der einzige Luxuswagenhersteller Frankreichs, nachdem die Marken Talbot, Delahaye, Bugatti usw. vom Markt verschwanden.

Das erste Modell, ge­nannt „VEGA", wurde 1954 auf dem Pariser Automobilsalon präsen­tiert. Es war ein elegan­tes und luxuriöses Coupe mit einem Chrysler V8 Motor, Typ „DeSoto Firedome", mit 4.528 cm3 Hubraum und einem vollsynchronisierten Vierganggetriebe der französischen Firma PONT-A­MOUSSON. Die Modellbezeichnung VEGA wurde ab Ende 1955 in FACEL-VEGA umbenannt, und die Coupes des Typ FVS bekamen unterschiedliche Motoren, deren Hubraum zwischen 4.527 und 5.798 cm3 lag. Die Grundform wurde dabei kaum geändert, lediglich eine „Panorama"-Windschutzscheibe, zwei runde übereinanderstehende separate Scheinwerfer im vorderen Kotflügel und ein neuer Kühlergrill mit verbreiteten seitlichen Öffnungen wurde eingebaut. 

Die luxuriöse Limousine des Typs „Excellence" wurde zum Salon 1956 vorgestellt. Bei diesem Auto erlaubte der Verzicht der zentralen B-Säule der Karosserie einen bequemen Zugang zu den hinteren Sitzen. Diese Modell war auch mit einem Chrysler VS-Motor ausgerüstet und die letzten Exemplare erhielten sogar Motoren mit über 6 Liter Hubraum. Von diesem Modell wurden nur ca. 150 Exemplare hergestellt. 

Im Jahr 1958 wurden die FVS Modelle durch den Typ HK500 ersetzt, ein Coupe-Modell mit einem VS-Motor mit 5.907 cm3 und wahlweise einem mechanischem Pont-a-Mousson oder einem automatischen Chrysler Getriebe. Ab 1959 wurden vier Scheibenbremsen ver­baut, und ab 1960 der Hubraum auf 6.267 cm3 vergrößert. Dank guter Fahreigenschatten, der hohen Leistung und seiner außerordentlichen Verarbeitung wurde der HK500 zu einem echten kommerziellen Erfolg, sowohl innerhalb als auch außerhalb Frankreichs. Mehrere berühmte Rennfahrer, wie Maurice Trintignan und Sterling Moss nutzen diese Auto als persönliches Fahrzeug. Die Kundschaft war international und im Jahr 1959 wurden 75% der produzierten Autos exportiert, u.a. der erste Facel-Vega nach Deutschland (Saarbrücken). Ebenfalls im Jahr 1959 wurde das Modell „Facellia" auf dem Pariser Salon vorgestellt. Es war ein Sportwagen mittleren Hubraums (1.647 cm3) aus komplett französischer Produktion. Dieses Auto sollte mit deutschen, englischen und italienischen Fabrikaten konkurrieren und war mit einem Vierzylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen und einer Leistung von 115 SAE PS bei 6.400 U/min ausgestattet. Die ersten Cabriolets wurden im März 1960 ausgeliefert. Später waren zwei weitere Karosserie-Vari­anten verfügbar, das 2+2 und das viersitzige Coupe. Die ersten Motoren (Typ FA) erwiesen sich als sehr anfällig, und zahlreiche Verbesserungen wurden mit der geänderten Facellia F2 im Jahr 1961 eingeführt. Neben den technischen Modifikationen wurden einige Karosserieänderungen vorgenommen. Neue Türgriffe und doppelte integrierte „Megalux" Scheinwerfer, die Marchal exklusiv für Facel herstellte, fanden Verwendung. Das neue Modell „Facel 11" übernahm als Nachfolger des HK500 die mechanischen Grundelemente sowie das Fahrwerk von seinem Vorgänger. Es wurde im Oktober 1961 auf dem Salon präsentiert. Etwas länger aber deutlich niedriger als der HK500 gilt der Facel II als eines der schönsten und elegantesten Autos, die nach 1945 gebaut wurden. Es hatte „Megalux"-Scheinwerfer und dank seines leistungsfähigen V8 Motor (390 SAE PS) war es mit einer Höchstgeschwindigkeit von fast 250 km/h das „schnellste viersitzige Coupe der Welt". 

Nachdem der Import ausländischer Motoren durch die französischen Behörden erlaubt wurde, ersetzte man den Pont-a-Mousson Motor der Facellia durch einen 1.780 cm3 Volvo B 18B Motor. Dieses neue Modell „Facel III" wurde im April 1963 der Presse vorgestellt. Die Änderungen der Karosserie waren durch Facel II Elemente inspiriert. 

Ein letzter Typ dieser Baureihe, der „Facel 6" mit einem 2.853 cm3 Hubraum 6-Zylindermotor wurde nur leicht geändert, um Raum für den größeren Motor zu schaffen. Deutlicher waren die Unterschiede in der serienmäßigen Ausstattung, wie Ledersitze, Holz­Aluminium-Lenkrad und Speichenräder. 

Nur weniger als fünfzig Autos dieses Typs wurden ausgeliefert bevor die Firma am 31. Oktober 1964 end­gültig die Pforten schloss. 
 

Weitere Informationen und Bilder finden Sie auch unter: www.facel-vega.asso.fr